NAS Server Version 2018

Nachdem ich nun leider mehr oder weniger doch gezwungen war, an meinen derzeitig rein privat genutzten Server technisch ein paar Veränderungen vorzunehmen, möchte ich anbei aufführen das WIESO, WESHALB und WARUM, aber natürlich auch das WIE. Zwei der Gründe waren technische Unzulänglichkeiten (Ausfall einer Festplatte im SoftRAID), und das ich gern als Netzwerkverbindung 10 Gigabit nutzen möchte, ich aber die vorhandene Netzwerkkarte QLogic QLE3440-SR nicht einbauen kann, da auf dem verwendeten Board kein PCI-E Steckplatz mehr frei war (der eine vorhandene Steckplatz auf dem ASROCK ITX Server Board wird für den RAID Controller benötigt).

Folgende Möglichkeiten wären gegeben:

  • ich kaufe mir eine neues ITX Server Boards mit 10 Gigabit LAN bereits OnBoard bei Beibehaltung aller vorhandener Komponenten
  • beschaffen eines neues mATX/ATX Boards zzgl. eines neuen Gehäuses

Es ist auf die zweite Lösung hinaus gelaufen, wenn auch über viele Umwege und sehr viel Zeit für entsprechende Konfigurations- und Geschwindigkeit Tests.

Zuerst probierte ich mich an einen alten Server der Marke WORTMANN, welcher mir noch zur Verfügung stand, ausgestattet mit einem ASUS P8B-M samt XEON E3 Prozessor. Das Board verfügte über ausreichend Steckplätze PCI-E, jedoch bekam ich den Arbeitsspeicher nicht stabil bei der Verwendung von mehr als 8 GByte zum laufen.

Es ist vollbracht, nach endlos langen hin und her und extrem viel probieren läuft es (fast) wie gewünscht. Die technische Umsetzung erfolgte wie folgt:

*1 Bestellt habe ich mir in der Bucht sowohl einen RAID Controller IBM M5015 und nachdem ich gelesen habe, das dies Murks war und nicht den Zweck erfüllen wird, einen HBA Controller IBM M1015.

HBA: Host Bus Adapter, „dummer“ Adapter, dienst nur zum Anschließen der Festplatten, keine Funktionen auf der Controller Karte vorhanden (kein RAID, kein Cache etc.), die Festplatten werden 1:1 an das Betriebssystem durchgereicht, daher optimal geeignet für Softraids

RAID: Redundant Array of Independent Disks, Controller mit mindestens RAID 0,1 und 10. Teilweise mit RAID 5, bei einigen Controllern nachrüstbar (LSI). Cache vorhanden, meistens auch mit (optionalen) Akkupack zur Datensicherheit bei Ausfall.

Einige Anmerkungen zu den Controllern:

LSI ist Hersteller der Controllerchips, verbaut eigene Modelle, wie z.B. den LSI MegaRAID SAS 9260-8i. Dann gibt es OEM Modelle, die den gleichen Chip verwenden, jedoch andere Software verwenden, z.B. IBM ServRAID M5015. Dazu gibt es einige Anleitungen in den weiten des Internets, wie man aus einem IBM Controller wieder einen LSI Controller machen kann. Das gilt auch für das HBA Modell IBM ServRAID M1015, baugleich DELL Perc H310 (H320 auch?), daraus wird dann LSI MegaRAID SAS 9211-8i.

Folgende Software ist derzeit im Einsatz auf dem Server:

  • PLEX Media Server inkl. Transcodierung per Hardware für z.B. 4K Filmmaterial
  • TAUTILLI Monitoring (wer schaut was gerade im Heimnetzwerk, viele Statistiken zu PLEX Media Server)
  • Picapport (geniale Bilderverwaltung)
  • SubSonic (Musikverwaltung und Webplayer)
  • NZBGet und SABnzbd (Usenet Download Tool)
  • nzbhydra2 (Usenet Suche)
  • Calibre (eBook Verwaltung per Web Interface)
  • zentrale Backup Lösung meiner iOS Gerät mittels der Software iMazing2
  • zentraler TV Server mittels der Software DVBViewer und DVBViewer Media Server
  • Bereitstellung von Windows Installationen und Linux CD Images zum starten per Netzwerk / PXE Boot

Folgende Projekte habe ich über den Umweg einer virtuellen Maschine per Virtualbox realisiert:

  • Heimdall (einfacher Zugriff auf meine gängigsten Apps, ich liebe dieses Tool !!)
  • Eigener Webserver für einige kleinere privaten Projekte

 

Videowiedergabe / Multimedia

Die Filme liegen in einer standardmäßigen Freigabe auf dem genannten Server im Verzeichnis „Filme“, der Ordner ist per SMB Protokoll freigegeben. Die Wiedergabe erfolgt im Wohnzimmer derzeit ausschließlich über ein APPLE TV 4K, welches per Gigabit Netzwerkkabel angeschlossen ist, und als App verwende ich Infuse in der Pro Version.

‎Infuse Pro 5
‎Infuse Pro 5
Entwickler: Firecore, LLC
Preis: 16,99 €

Es erfolgt keine Umrechnung bei den Filmen, selbst 4K Material wird sofort und ohne Wartezeit auf dem TV Gerät ausgegeben. Da mein TV Gerät noch alt ist und weder 4K noch HDR kann, wird das Bild trotzdem korrekt angezeigt (wenn HDR to SDR nicht funktioniert oder nicht eingebaut ist, erschon 4K HDR Filmmaterial sonst „matschig“ und mit Falschfarben auf dem Bildschirm, Bilder folgen).

Im anderen Zimmer steht mir das APPLE TV Vorgängermodell zur Verfügung, welches nicht über Netzwerkkabel angeschlossen ist, sondern per WLAN arbeitet. Hier klappt Infuse nicht, da die Hardwareleistung des APPLE TV nicht ausreicht und das Programm kein Transcoding durchführt.

Der OnBoard Grafikchip INTEL HD 630 des Prozessor auf dem Server unterstützt per Hardware das Transcodieren (Umrechnen) eines Filmes in ein anderes Format in Echtzeit ohne signifikante Belastung des Prozessors selbst. Ein vorhandener 4K Film wird auf Full HD Auflösung heruntergerechnet, so das dieser dann per WLAN auf dem „alten“ APPLE TV zur Verfügung steht und flüssig angesehen werden kann. Was PLEX jedoch (noch?) nicht kann, ist HDR to SDR, somit kann ich derzeit auf diesem Weg keine 4k HDR Filme sehen, das ergibt nur einen farbigen Brei.

 

Desweiteren glaube ich, das meine Entscheidung zu Windows Server 2016 als Betriebssystem zu wechseln, mal gar nicht soooooooo….. verkehrt war (die ursprüngliche Planung war unRAID, auf dem „alten“ Server lief und läuft UBUNTU Server 16 LTS).
Inzwischen habe ich mir noch ein paar kleine Tools und Programme auf dem Server installiert, was mir nun das täglichen Arbeiten mit meinen vorhandenen Dateien deutlich erleichtert.

FileJuggler

Screenshot of www.filejuggler.com

Erleichtert mir den täglichen Umgang mit meinen Dateien stark. Im meinem Fall wird ein vordefinierter Ordner überwacht (D:\IMPORT), ob sich darin neue Dateien befinden. Falls ja, wird anhand der Dateiendung erkannt, was damit zu machen ist. So werden Filmdateien (.mp4, .mkv, .avi etc.) automatisch in einen anderen Ordner kopiert (Ordner Videos), und dort in Ordnern abgelegt, die dem Tagesdatum entsprechen. Anschließend wird von dieser Videodatei mit Hilfe des Programmes Video Thumbnails Maker ein Vorschaubild / Thumbnail erstellt.

Gepackte Archive werden hingegen erst automatisch entpackt, und dann aufgrund Ihres Inhaltes (oder Namens) zum gewünschten Zielort verschoben.

Beispiel: Die Datei Urlaub.zip wird in den zu überwachenden Ordner kopiert. Dort wird es automatisch entpackt, das Archiv gelöscht, und die eigentlichen Dateien in den Ordner Bilder/Tagesdatum/Archivname verschoben, da ich für Bilddateien exakt diese Regel erstellt habe. Das manuelle Entpacken und kopieren entfällt, sehr gute Erleichterung. Wenn es nicht passt, brauch ich nur noch den Verzeichnisnamen des Zieles ändern, damit es aussagekräftiger wird.

Screenshot of www.suu-design.com
TubeDigger
Screenshot of www.tubedigger.com
Ein sehr mächtiges Werkzeug und trotzdem einfach zu bedienendes Programm zum herunterladen von Videos und Webstreams, inkl. Webcams und Online Mediatheken. Ich habe dieses Programm gekauft und möchte es definitiv nicht mehr missen……

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